VDAJ verleiht Journalisten-Preise „Grüne Reportage 2014“

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Gruppenfoto der Preisträgerinnen und Preisträger, die in Anwesenheit der VDAJ-Mitglieder sowie der Sponsoren, für die Dr. Bernard Krone Stiftung vertreten durch Matthias Sperver und für die act GmbH durch Rolf Schwerdtfeger, für ihre besonderen Leistungen prämiert wurden. Das Jurorenteam wurde von Hans-Georg Burger vertreten, der auch die Bewertungen seiner Kollegen vortrug.

Der Verband Deutscher Agrarjournalisten e. V. (VDAJ) hat im Rahmen seiner diesjährigen Jahrestagung sechs Journalistenpreise „Grüne Reportage“ vergeben. Die Preisverleihung fand am 19. Juni 2014 in Halle statt.
Der VDAJ hat in diesem Jahr den Journalistenpreis „Die Grüne Reportage“ bereits zum vierten Mal an Journalistinnen und Journalisten verliehen. Es wurden insgesamt fünf Preise in den Kategorien Produktion, Betrieb/Familie und Technik vergeben. Die Preisgelder stiftete die Dr. Bernard Krone-Stiftung. Die act GmbH stiftete zusätzlich einen Sonderpreis in Höhe von 1.000 Euro. Rund 80 Einsendungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, sehr viele davon aus der Tages- und Publikumspresse, bestätigen die gewachsene Bedeutung dieses Wettbewerbs.

Die Preisträger in diesem Jahr sind:
Jost Maurin, Redakteur bei der TAZ, Petra Kistler von der Badischen Zeitung, Bernd Pawelzik, Eilbote, Martin Tröster vom Mannheimer Morgen, Vienna Gerstenkorn, Wochenblatt Land & Forst, sowie Steffen Armbruster, Freier Journalist, mit seiner Veröffentlichung in der „Welt am Sonntag“.

Die Juroren bestätigten in ihren Bewertungen und Ausführungen den hohen Standard der eingereichten Reportagen sowie die sorgfältige Recherche und Darstellungsweise der zum Teil durchaus kritischen Themen. Als Juroren konnten gewonnen werden: Hans-Georg Burger, vielen als ehemaligen Kommunikationschef der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) bekannt, Ulrike Kaiser, stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes DJV und Sprecherin der Initiative Qualität im Journalismus (IQ) und der DJV-AG Bildung und Qualität., Adrian Krebs, Journalist, Agrarblogger und Leiter Kommunikation beim Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick, sowie Bernhard Weber, Chefredakteur des größten unabhängigen österreichischen Agrarmagazins „Blick ins Land.“

Die „Siegerkriterien“ aus Sicht der Juroren
Der Sieger-Reportagen in der Volontärs-Kategorie wurden mit jeweils 1.000 Euro von der Dr. Bernard Krone Stiftung prämiert. Zusätzlich erhalten die Gewinner ein Vollstipendium zur Teilnahme am diesjährigen Kongress der Internationalen Föderation der Agrarjournalisten IFAJ, der im September in Schottland stattfindet.

Sieger in der Kategorie Produktion wurde Martin Tröster vom Mannheimer Morgen mit seiner Reportage „Die Jagd – Natur, Nervenkitzel und Nachhaltigkeit?“ „Der Autor hat einen sehr informativen und gleichzeitig abwechslungsreichen Text verfasst“, formulierte Adrian Krebs in seiner Laudatio. „Die Verknüpfung zwischen dem Schauplatz Wald, wo sein Protagonist den Wildschweinen auflauert und den Hintergrundinformationen ist gekonnt.“ Er bezeichnete die Reportage als gutes Beispiel für gelungene Unterhaltung eines breiten Publikums.

Den Preis in der Volontärskategorie Betrieb/Familie ging an Vienna Gerstenkorn, die beim Wochenblatt  „Land und Forst“ (Hannover) des Deutschen Landwirtschaftsverlags volontiert. Sie überzeugte die Juroren mit Ihrer Reportage „Eine Landpraxis auf Rädern“. „Wohltuend, dass sich solche Artikel, die nicht nur die klassischen Produktionsthemen der Land- und Forstwirtschaft betreffen, immer öfter auch in deren Fachzeitungen finden“, urteilte Juror Bernhard Weber. „Aufbau und Dramaturgie passen – die Anliegen, Sorgen, letztlich aber auch Freuden von Ärzten und Patienten kommen trotz der relativen Kürze des Reports informativ gut hinüber zum Leser. Auch sprachlich ist der Beitrag der Volontärin gelungen.“

Profis in ihrem Fach
Die Beiträge der Kategorie Professionals wurden mit jeweils 2.000 Euro, ebenfalls von der Bernard Krone Stiftung gesponsert, prämiert. Die Reportage „Die Kolbenfresser“ von TAZ-Redakteur Jost Maurin machte als Siegerreportage in der Kategorie Produktion das Rennen. „Die Kolbenfresser von Jost Maurin ist für mich ein Reportage-Klassiker im besten Sinne“, begründete Bernhard Weber die einstimmige Juroren-Entscheidung. „Die Geschichte der „Grünen Gentechnik“ in Deutschland mit ihren vielen Pro & Kontra-Meinungen, Entwicklungen an Hand der Beobachtung über Jahre hinweg von zwei gegensätzlichen Protagonistinnen zu erzählen, ist gelungen und spannend. Sprachlich ist Autor Maurin perfekt.“

In der Kategorie „Betrieb/Familie“ konnte Petra Kistler von der Badischen Zeitung mit Ihrer Reportagen-Serie „Landgenuss“ überzeugen. „Petra Kistler ist es gelungen, die Geschäftsideen eines findigen Landwirts gekonnt in Szene zu setzen. Lebendig, bildreich und unterhaltsam schildert die Autorin Arbeit und Experimente auf einem Direktvermarkter-Hof, “ so das Urteil von Ulrike Kaiser. „Dabei vergisst Petra Kistler nicht, über das Einzelbeispiel hinaus Hintergrund und weitergehende Informationen einzuflechten. Eine sprachlich gut ausgearbeitete Reportage, die eine Auszeichnung verdient.“ (Ein Link zu den Beiträgen liegt uns nicht vor).

In der Kategorie „Technik“ ging der erste Preis an Bernd Pawelzik, Redakteur bei der Fachzeitschrift „Eilbote“ des Boomgaarden-Verlags in Winsen. „Unter der Überschrift „Gebrauchtmaschinenverkauf einmal anders“ erhalten wir von Bernd Pawelzik einen äußerst informativen Einblick in die Abläufe einer Auktion von gebrauchten Landmaschinen oder von der „Maschinenvermarktung über die Rampe“, wie er es nennt. Es gelingt es ihm vortrefflich, dem Leser das Besondere einer Maschinen-versteigerung zu vermitteln, angefangen von der Atmosphäre, den minutiösen Abläufen im Minutentakt und den Spielregeln, über die Beteiligten wie Veranstalter, den Auktionatoren, den potentiellen Käufern und den Verkäufern bis hin zu wichtigen Faktoren, die eine für alle zufriedenstellende Auktion ausmachen“, lautet das Urteil des Jurors Hans-Georg Burger.

In der Kategorie Sonderpreis, vergeben von der act GmbH und  mit 1.000 Euro dotiert, machte Steffen Armbruster mit seiner Reportage „Der Letzte holt den Anker ein“, veröffentlicht in der „Welt am Sonntag“, das Rennen. „Der Autor schildert eindrucksvoll und eindringlich die Lage und Empfindungen der Bodensee-Fischer im Konflikt zwischen widerstreitenden Interessen von Fischern, Hotellerie, Touristen und Einheimischen. Mit seinem lesenswerten und äußerst informativen Bericht sensibilisiert der Autor für das für die Zukunft vom Bodensee aus Gründen des Umweltschutzes wie auch für die Berufsgruppe der Fischer überlebenswichtiges Thema, “ meinten die Juroren.

„Wir danken allen, die mit ihrer Teilnahme, ihrer großzügigen Unterstützung und ihrem professionellen Urteil zum Erfolg des Preises beigetragen haben“, sagte Prof. Dr. Katharina Seuser, Vorsitzende des VDAJ, im Rahmen der Preisverleihung.  Die zahlreichen Reportagen aus den Publikumszeitungen hätten gezeigt, dass sich auch die Öffentlichkeit für landwirtschaftliche Themen interessiert – das sei Herausforderung und Motivation zugleich für den Agrarjournalismus.

Schauen Sie sich auch das Video zur Preisverleihung hier an.

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