An Facebook kommt man nicht vorbei

Erst war es Studi-VZ, dann kam Twitter ins Gespräch, jetzt ist Facebook angesagt. Was können diese Social-Media, allen voran Facebook? Wie wird Facebook in der Agrarbranche genutzt? Um diese Fragen ging es bei einem Seminar der Bonner Landesgruppe am 1. Februar 2012 in der Andreas Hermes Akademie in Bonn-Röttgen. Für 20 Bonner Agrarjouralisten gab es dabei Informationen aus erster Hand von zwei Facebook-Experten: Peter Berndgen, Geschäftsführer der PR-Agentur agro-kontakt in Düren-Nörvenich und sein Projektleiter Daniel Jansen-Piskoric standen den Bonner VDAJ´lern Rede und Antwort rund um das Thema Facebook.

Und das Fazit der Veranstaltung gleich vorweg. „Noch sind es vorwiegend junge Leute, die Facebook nutzen. Aber es ist höchste Zeit, das neue Medium kennenzulernen“, so die Einschätzung der beiden Marketingexperten, die dies mit einigen Zahlen belegten. Insgesamt 750 Mio. Menschen weltweit nutzten inzwischen Facebook. Dabei existiere Facebook bereits seit sieben Jahren, in Deutschland aber erst seit zweieinhalb Jahren. Rund 23 Mio. Deutsche hätten dieses neue Medium für sich entdeckt. „Der Nutzerzuwachs ist dabei enorm. Im vergangenen Jahr waren es rund 100 %“, sagte Berndgen und fügte hinzu: „Der Boom insbesondere im sozialen Netzwerk Facebook ist ungebrochen und der Gipfel ist noch nicht erreicht“. Schier beeindruckend ist vor allen Dingen die hohe Nutzungshäufigkeit von Facebook. Hierzu Daniel Jansen-Pitzorek: „50 % der Facebook-Nutzer loggen sich täglich ein und jeder User ist dabei rund eine Stunde pro Tag aktiv auf Facebook unterwegs. Die Nutzungshäufigkeit von Facebook ist damit inzwischen höher als die von Google.“

In Facebook seien , wie Berndgen erläuterte, vor allen Dingen die Konsummittelhersteller vertreten. Egal ob Burger King oder Nutella, fast alle hätten das neue Medium für sich entdeckt. Neu sei dabei die Form der Ansprache. So poste beispielsweise Lild auf seiner Pinnwand „Guten Morgen ihr Lieben, heute schon gefrühstückt?“ und verbinde dies mit einem Hinweis auf aktuelle Angebote.

Und wie steht es mit der Agrarbranche und Facebook? „Auch hier ist Facebook inzwischen angekommen“, erläuterte Berndgen. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) nutze das Medium ebenso wie viele Landtechnikhersteller. „Die Firmen ergänzen damit ihren klassischen Internetauftritt, nutzen dafür aber andere Texte, vor allem kürzere Texte und mehr Bilder“, so der Marketingexperte, der selbst mit seiner Agentur 45 Firmen aus der Agrarbran-che pressemäßig betreut. Auch die ein oder andere einige Beraterorganisation wie beispielsweise der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) setze inzwischen auf Facebook. Und auch für viele Landwirte macht nach Einschätzung von Berndgen Facebook Sinn: „Vor allen Dingen für diejenigen, die im direkten Kundenkontakt stehen.“ Auf Grund des weiter erwarteten Wachstums von Facebook sei dieses neue Medium insbesondere für Direktvermarkter oder Anbieter von Urlaub auf dem Bauernhof ein absolutes Muss. Die Anbieter von Urlaub auf dem Bauernhof hätten dies längst entdeckt und so präsentierten sich Ferienhofanbieter aus Bayern inzwischen mit einer professionellen Facebook-Seite, die mit dem eigenen Webangebot und zum Beispiel der Anbieterdatenbank vernetzt sei. Auch erste Direktvermarkter nutzten inzwischen die Facebook-Plattform, erläuterte Berndgen und untermauerte dies mit einigen Beispielen. „Facebook ist eine ideale Möglichkeit, um auf die Serviceangebote der Betriebe aufmerksam zu machen und „Facebook ist eine ideale Plattform für Öffentlichkeitsarbeit“, hielt der Marketingexperte fest.

Und wie sieht es mit Facebook Zeitungswesen aus? Nach Angaben von Berndgen haben einige Tageszeitungen wie Bild längst Facebook für sich entdeckt und ergänzten damit ihr Onlineangebot. Die landwirtschaftlichen Wochenblätter seien gar nicht oder nur verhalten auf Facebook unterwegs. Über 20 000 Facebook-Nutzer könnte mittlerweile die Monatszeitschrift top agrar verzeichnen. Wichtig sei dabei, dass der Facebook-Auftritt unterhaltsam sein müsste. So würde zum Beispiel auf der Facebook-Seite von top agrar gefragt: „Was sind Sie für ein Landwirt?“. Facebook dürfe hier keinesfalls ein Abklatsch von den normalen Zeitungsmeldungen sein, sagte Berndgen, der sicher ist, dass Facebook nicht nur einfach „hip“ ist, sondern eine neue Form der Kommunikation. Man kann also gespannt sein, wie sich Facebook weiterentwickelt und wer noch alles in dieses neue Medium einsteigt.

Elisabeth Legge

Hinweis am Rande: Auch der VDAJ ist auf Facebook mit einer Fanpage vertreten und freut sich über neue Fans.

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