Kommunikationspreis 2012: Mit Vorurteilen aufgeräumt

Erstellt am Montag, 23. Januar 2012 22:56

Der Verband Deutscher Agrarjournalisten (VDAJ) hat seinen Kommunikationspreis 2012 an Winand von Petersdorff vergeben. Der Preisträger überzeugte die Jury mit seinem Beitrag „Die sieben Mythen im Dioxinskandal“, der am 23. Januar 2011 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung publiziert wurde. Bundesministerin Ilse Aigner und Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, übergaben den Preis am 19. Januar 2012 im Rahmen der VDAJPressegespräche auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Winand von Petersdorff-Campen ist stellvertretender Leiter der Ressorts „Wirtschaft“ sowie „Geld&Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. In seinem Beitrag „Die sieben Mythen im Dioxinskandal“ räumt er mit zahlreichen Vorurteilen auf, die die Landwirtschaft betreffen. „Winand von Petersdorff-Campen hat mit seinem Artikel die Landwirte aus der Schusslinie genommen“, begründet die VDAJ-Vorsitzende Katharina Seuser die Entscheidung der Jury. Der Beitrag zeichne ein realistisches Bild der modernen Futtermittelversorgung, die keineswegs nur die sogenannte „industrielle Landwirtschaft“, sondern auch den Biobauern oder den Landwirt von nebenan betreffen kann. In der heißen Phase der Dioxinkrise habe der Beitrag zur Versachlichung beigetragen.

„Diesen Preis kann ich auch meinen Eltern erklären“ Für Winand von Petersdorff-Campen ist der Preis etwas Besonderes: „Es ist eine große Anerkennung für mich, dass Agrarjournalisten als Experten auf diesem Gebiet meinen Artikel würdigen.“ Seine Familie freut sich mit ihm: „Diesen Preis kann ich auch meinen Eltern erklären“, sagt er. Winand von Petersdorff-Campen wuchs auf einem Bauernhof in Seesen am Harz auf. Der enge Kontakt zur Landwirtschaft ging nie verloren; heute bewirtschaftet der Bruder den vormals elterlichen Betrieb.

Landwirtschaft erklären, wie sie ist Die Landwirtschaft hält Winand von Petersdorff-Campen für ein Zukunftsthema. Die Mythen, gegen die er anschreibt, basieren auf heute oftmals vorherrschenden romantischen Vorstellungen, dass die Landwirtschaft noch so sein sollte, wie vor der Industrialisierung. Der Preisträger erklärt, warum Landwirte heute Futter für ihre Tiere zukaufen, dass der Verzicht von Fleisch und Milch nicht grundsätzlich vor Umweltgiften schützt und dass auch die Bio-Landwirtschaft nicht vor Futtermittelskandalen geschützt ist. Der Autor kratzt in seinen Ausführungen nicht nur an der Oberfläche, sondern erklärt Hintergründe und Zusammenhänge. Wortwahl und Sprachstil sind so verständlich, dass er mit seinem Beitrag ein breites Publikum erreicht. Dabei beschönigt er nichts und zeigt auch die Schwachstellen in der arbeitsteiligen modernen Lebensmittelerzeugung auf.

Früher war nicht alles besser
In seinem Artikel wiederlegt der Journalist auch Behauptungen, dass Lebensmittel früher grundsätzlich gesünder waren und dass die Dioxin-Belastung immer weiter zunimmt. Er stützt seine Argumentation auf dokumentierte Ereignisse und vertrauenswürdige Quellen. Auch hier überzeugt er mit Sachlichkeit, ohne Skandale oder Missstände zu verharmlosen: Früher war eben doch nicht alles besser.

Komplexe Themen verständlich darstellen Winand von Petersdorff-Campen hat in Mainz ein Studium der Betriebswirtschaft und in Göttingen ein Journalistik-Studium abgeschlossen und stieg bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ins Berufsleben ein. Dort baute er die regionale Wirtschaftsberichterstattung aus. 2002 wechselte er zur Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Heute ist er stellvertretender Leiter der Ressorts „Wirtschaft“ und „Geld&Mehr“. Er recherchiert und schreibt über Wirtschaft, Energie, Finanzen, Globalisierung und andere Themen, die ihm unter den Nägeln brennen. Die Landwirtschaft und regelmäßige Gespräche mit seinem Bruder dienen ihm dabei auch als Inspiration. Mit seinem Buch „Das Geld reicht nie“ gewann der Journalist den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2008.

Den Beitrag des Preisträgers „Die sieben Mythen im Dioxinskandal“ und ein Foto finden Sie in der Anlage. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Geschäftsstelle des VDAJ.

Mit dem VDAJ-Kommunikationspreis Agrar werden seit 2005 außerordentliche Kommunikationsleistungen gewürdigt, die zu einer fairen und wirklichkeitsgetreuen Darstellung der Landwirtschaft in der Gesellschaft beitragen. Der Verband deutscher Agrarjournalisten VDAJ – Kommunikation Agrar e.V. ist ein Berufsverband von Journalisten, Publizisten, PR-Fachleuten und Kommunikatoren aus Land- und Forstwirtschaft. Er wurde 1951 gegründet und hat heute rund 700 Mitglieder.

Ansprechpartner für die Presse:
Bernd Weber, Mobil: 01 60 – 47 41 018
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