Darum bin ich Mitglied im VDAJ
Der Verband Deutscher Agrarjournalisten e. V. (VDAJ) feiert in diesem Jahr 75-jähriges Jubiläum. Er wurde 1951 mit dem Ziel gegründet, die Agrarpublizistik nach den Grundsätzen der Pressefreiheit und der journalistischen Verantwortung zu fördern. 1997 wurde der Verbandsnamen um den Zusatz „Kommunikation Agrar“ erweitert. Heute versteht sich der VDAJ als kommunikativer Verband und Gestalter im „Grünen Netzwerk“ auf nationaler, europäischer und weltweiter Ebene. Davon erzählen auch die Statements, die Kolleginnen und Kollegen freundlicherweise für uns formuliert haben.
Über den eigenen Fachbereich hinaus
Ich bin dem VDAJ, Landesgruppe Baden-Württemberg, in diesem Jahr beigetreten, weil ich darin die Chance sehe, mein berufliches Netzwerk zu erweitern. Der VDAJ bietet außerdem ein attraktives Seminarangebot, um sich weiterzubilden. Das möchte ich nutzen und auch an Exkursionen auf Betriebe und in andere Regionen teilnehmen, die über meinen Fachbereich im Alltag hinausgehen. Ein aktuelles Beispiel ist das Dreiländertreffen der Agrarjournalistenverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: In allen drei Ländern haben wir Höfe besucht, von der Milchviehhaltung, über Bullenmast bis hin zum Weinbau. Ich finde es toll, dass es einen Berufsverband für Agrarjournalisten gibt. Mitglied zu sein bedeutet für mich, als junge Journalistin einen Beitrag dazu zu leisten, dass der Verband weiterbesteht.
Beruflich und persönlich profitieren
Als junge Berufseinsteigerin bin ich vor allem wegen des Netzwerks in den VDAJ eingetreten. Dass ich 20 Jahre später immer noch gerne dabei bin, verdanke ich vor allem den interessanten Menschen, den motivierenden Gesprächen und den vielseitigen Erlebnissen. Ich denke immer noch gerne an das Bosseln im Ammerland zurück, an ein Seminar zur Persönlichkeitsentwicklung und natürlich an unsere alljährliche „Qualitätskontrolle der Weihnachtsgänse“. Gerade diese Mischung aus fachlichem Austausch und geselligem Beisammensein macht den VDAJ für mich aus. Dabei habe ich gelernt, dass auch sehr spezielle Themen wie die Ausbreitung des Erdmandelgrases spannend sind. Kurz gesagt: Der VDAJ sorgt dafür, dass der Horizont weit bleibt.
Der VDAJ – meine zweite Heimat
Der Zufall spielt des Öfteren im familiären wie beruflichen Leben eine nicht zu unterschätzende Rolle. So kam es für mich ziemlich unerwartet, dass ich nach dem Germanistik- und Publizistikstudium sowie verschiedenen Werbetexter-Tätigkeiten im Agentur -und Verlagsbereich den Einstieg in den Agrarjournalismus und damit auch zum VDAJ fand.
1973 mit der überraschenden Übertragung der Pressearbeit für die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe in Münster wurden parallel die persönlichen Weichen für eine VDAJ-Mitgliedschaft mitsamt ehrenamtlichen Aktivitäten gestellt. Die Land- und Ernährungswirtschaft war eine völlig neue Branche mit dem Vorteil, dass ich als "normaler Verbraucher" die Besonderheiten der Agrarszene in die Mitteilungen der Landwirtschaftskammer packte, was bei den Kolleginnen/Kollegen der Tagespresse auf sogar bundesweites Interesse stieß.
Nicht zuletzt suchte ich die Nähe zum Berufsstand der Agrarjournalisten, besonders der Landesgruppe "Ruhrgebiet", später in "Rhein-Weser" umbenannt. Mir gefiel die Aufteilung der Aktivitäten auf Bundes- und Landesgruppen-Ebene. Vorbildlich war für mich auch das persönliche Engagement vieler älterer Kolleginnen & Kollegen, die mir als "Neuling" viel Vertrauen schenkten. Dass ich später als langjähriger Vorsitzender der Landesgruppe "Rhein-Weser" die Geschicke und das Eigenleben unserer Landesgruppe mitgestalten durfte, war für mich eine besondere Ehre. Der VDAJ wurde meine zweite Heimat.
Kritik als Teil der gemeinsamen Arbeit
75 Jahre VDAJ – ein Verband mit Geschichte, mit Brüchen, mit Mut und manchmal auch mit dünner Haut. Fast 50 dieser Jahre habe ich selbst erlebt. Eine lange Strecke, die mich geprägt hat, nicht durch große Worte, sondern durch tägliche Arbeit und durch Menschen, die Haltung zeigten.
Ein zentrales Kapitel war für mich VDAJ intern. Mein Baby. Ein Medium, das ich aufgebaut habe, weil ein Verband eine Stimme braucht, die nicht nur analysiert, berichtet und mitteilt, sondern auch widerspricht. Genau dort begann der Konflikt. Ich kritisierte den Vorsitzenden. Man suchte das Gespräch, man wollte mich bremsen. Ich blieb bei meiner Linie und veröffentlichte. Die Reaktion war eindeutig: Man nahm mir mein Baby weg. Nicht wegen schlechter Arbeit – sondern weil Kritik an der falschen Stelle gelandet war.
Das war ein Einschnitt. Aber kein Grund zu gehen. Ich blieb, weil Kolleginnen und Kollegen mich stützten. Menschen, die verstanden, dass Journalismus ohne Reibung nicht lebendig bleibt. Diese Solidarität war stärker als jede Kränkung.
Heute, zum 75‑jährigen Jubiläum, sehe ich den VDAJ als Werkstatt. Eine Werkstatt, in der man wächst – durch Zustimmung, durch Widerspruch, durch Austausch. Ein Verband lebt nicht von Strukturen, sondern von Menschen, die ihn tragen und die Kritik nicht als Angriff, sondern als Teil der gemeinsamen Arbeit begreifen. Auf die nächsten Jahre – mit Klarheit, Kollegialität und dem Mut, offen miteinander zu sprechen.
Den Kontakt zu Themen der Berufswelt halten
Von 1974 bis 2006 war ich beim Deutschen Verband Tiernahrung (DVT), früher Fachverband der Futtermittelindustrie, angestellt und dort über eine lange Phase für Presse- und PR-Arbeit verantwortlich. Dabei war die enge Verbindung zu den Kolleginnen und Kollegen und damit zum VDAJ für die erfolgreiche Tätigkeit von großer Bedeutung. Der regelmäßige Kontakt erwies sich auch nach dem Wechsel meines Aufgabenbereichs in das Marktreferat und letztlich zum Hauptgeschäftsführer in mehrfacher Hinsicht als sehr wertvoll.
Auch als Rentner nehme ich gern an den sehr interessanten Veranstaltungen der Regionalgruppe Bonn teil, um dadurch auch den Bezug zu aktuellen Themen der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft sowie der Agrarpolitik zu halten.
Den Verband international vertreten
Bereits während meines Volontariats bei der LZ Rheinland bin ich im Jahr 2022 in den VDAJ eingetreten und konnte so seit Beginn meiner beruflichen Laufbahn den Mehrwert dieses Netzwerks nutzen. Es ist immer wieder bereichernd, an den Treffen, Exkursionen und Workshops des Berufsverbandes teilzunehmen. Dass solche Angebote konkrete Wirkung entfalten, zeigt unser LZ-Podcast „Hof & Heimat – im Rheinland verwurzelt“, der aus einem VDAJ-Seminar entstanden ist.
Ich wünsche mir, dass der Verband auch künftig wichtige Entwicklungen früh aufgreift und uns Agrarjournalistinnen und Agrarjournalisten hilft, mit neuen Herausforderungen umzugehen. Dabei denke ich insbesondere an den Umgang mit künstlicher Intelligenz und deren Einsatz im Redaktionsalltag.
Ganz besonders freue ich mich, in diesem Jahr als VDAJ-Vertreterin am Alltech Young Leaders Bootcamp im Vorfeld des IFAJ-Kongresses in Kroatien teilnehmen zu dürfen – ein weiteres gutes Beispiel für die Möglichkeiten, die der Verband insbesondere jungen Mitgliedern für ihre berufliche und persönliche Weiterentwicklung bietet!
Termine
VDAJ Mitgliederversammlung 2026
Save the Date: Die diesjährige Mitgliederversammlung (mit Rahmenproramm) findet am Freitag/Samstag, den 28./29. August 2026, im hessischen Limburg an der Lahn statt.
Details zum Termin10. FORUM FriedensBrot
Das 10. FORUM FriedensBrot findet am Mittwoch, 4. November 2026, 19.00 bis 21.30 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) im Besucherzentrum Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße 119, 13355 Berlin statt.
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