An Bord der „Seefalke“ – Wächterin der deutschen Fischbestände
Mehr als 25 Agrarjournalistinnen und Agrarjournalisten folgten der Einladung zu einer exklusiven Besichtigung eines Schiffes während des Hafengeburtstages der Stadt Hamburg. Dort lag das Fischereischutzboot der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), die „Seefalke“, vor Anker.
VDAJ-Mitglied und Leiter der BLE-Pressestelle Tassilo von Leoprechting hatte den Besuch der „Seefalke“ ermöglicht. Dafür dankte ihm der Co-Bundesvorsitzende Klaus Schumacher im Namen der Teilnehmer ausdrücklich. Schon beim Betreten des Schiffes wurde klar: Die „Seefalke“ ist weit mehr als nur ein Behördenboot – sie ist ein schwimmendes Kontrollzentrum zum Schutz der Meere und Fischbestände.
Illegale Überfischung verhindern
Die Besatzung erklärte eindrucksvoll die Aufgaben des Schiffes. Die „Seefalke“ überwacht die Einhaltung nationaler und europäischer Fischereivorschriften in Nord- und Ostsee sowie im Nordatlantik. Kontrolliert werden Fangmengen, Mindestgrößen von Fischen, Fanggeräte, Netze und Schiffspapiere. Ziel ist es, illegale Überfischung zu verhindern und die natürlichen Fischbestände langfristig zu erhalten.
Wenig bekannt – die BLE betreibt eine ganze Flotte
Die Referate 533 und 535 der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreiben im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) eine Flotte von drei Fischereischutzbooten und drei Fischereiforschungsschiffen. Sie sind für Ausrüstung, Personal und technischen Unterhalt der Schiffe sowie deren Einsatzplanung zuständig.
Dabei geht es nicht nur um Bürokratie auf See. „Die Kontrollen sind ein wichtiger Beitrag zum Schutz mariner Ökosysteme“, so die BLE-Präsidentin Dr. Margareta Büning-Fesel an Bord der „Seefalke“. Die BLE setzt mit ihren Schiffen europäische Vorschriften durch und sorgt dafür, dass nachhaltige Fischerei nicht nur ein politisches Schlagwort bleibt.
Für jeden Sturm gerüstet
Beeindruckend sind auch die technischen Daten des Schiffes, das für einen weltweiten Einsatz konzipiert ist. Die „Seefalke“ wurde 2008 auf der Peene-Werft in Wolgast gebaut und ersetzte ein älteres Schiff gleichen Namens. Das Fischereischutzboot ist rund 72,7 Meter lang, 12,7 Meter breit und erreicht Geschwindigkeiten von knapp 20 Knoten. Zwei leistungsstarke MTU-Dieselmotoren mit jeweils 5.000 PS mit zusätzlichem dieselelektrischem Antrieb sorgen dafür, dass das Schiff selbst bei schwerer See einsatzfähig bleibt. Bis zu 20 Besatzungsmitglieder versehen an Bord ihren Dienst.
Besonders spannend für die Agrarjournalisten war der Blick in die Einsatzzentrale. Moderne Kommunikations- und Radartechnik ermöglichen es der Crew, Fischereifahrzeuge präzise zu überwachen und Kontrollen effizient durchzuführen. Schnellboote an Bord dienen dazu, Kontrolleure direkt auf Fischkutter überzusetzen. Davon konnten sich drei VDAJ-Mitglieder bei einer praktischen Übung an Bord dieser kleinen Schnellboote selbst überzeugen. Auf dem Außendeck wurde deutlich, wie robust das Schiff konstruiert ist – ausgelegt für harte Einsätze in Nordatlantik und schwerer See.
Viele neue Erkenntnisse
Während draußen die Geräusche des Hafengeburtstags über die Elbe hallten, entstand an Bord ein intensiver Austausch zwischen Agrarjournalismus und maritimer Praxis. Viele Teilnehmer zeigten sich überrascht, wie eng Fischerei, Umweltschutz und internationale Kontrolle miteinander verbunden sind.
Am Ende blieb bei den Gästen vor allem ein Eindruck: Die „Seefalke“ arbeitet meist fernab der öffentlichen Aufmerksamkeit – und ist doch unverzichtbar für den Schutz der deutschen Meere.
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