Verunsicherung und Zuversicht
Der PR-Trendmonitor 2026 ist da. Ein Blick auf das Stimmungsbarometer zeigt erste Unsicherheiten in der Branche. Vor allem die wirtschaftliche Lage setzt die Kommunikationsbudgets unter Druck. Aber es gibt auch Anlass zur Zuversicht: Über ein Drittel der PR-Profis erwartet 2026 bessere Jobperspektiven.
Das Stimmungsbarometer 2026 zeigt: Im Fundament der PR-Branche gibt es erste Risse. Zwar fühlt sich die Mehrheit der Kommunikationsprofis weiterhin sicher in ihrem Job, doch die Unsicherheit wächst spürbar. Hauptgrund hierfür ist die wirtschaftlich angespannte Lage in der Branche bzw. beim Arbeitgeber. Dies spiegelt sich auch bei den Kommunikationsetats wider: Fast die Hälfte der Befragten rechnet damit, dass das Kommunikationsbudget im laufenden Jahr (stark) schrumpfen wird.
Gleichzeitig erwartet über ein Drittel, dass das Jahr 2026 beruflich besser verlaufen wird. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle PR-Trendmonitor der dpa-Tochter news aktuell und P.E.R. Agency. An der Befragung haben 302 PR-Fach- und Führungskräfte aus Deutschland und der Schweiz teilgenommen.
Job-Unsicherheit nimmt deutlich zu
Die überwiegende Mehrheit der PR-Profis (71 Prozent) sieht ihren Job weiterhin als sehr sicher bzw. sicher an. Das sind allerdings deutlich weniger als im Vorjahr: 2025 lag dieser Wert noch bei 81 Prozent. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit: Immerhin 24 Prozent der Befragten geben an, ihren derzeitigen Job als (sehr) unsicher zu betrachten. Zum Vergleich: 2025 sahen nur 14 Prozent ihre Anstellung als gefährdet an.
Wirtschaftlich angespannte Lage und Sparmaßnahmen wirken sich aus
Die wirtschaftliche Lage wird mit Abstand am häufigsten als Grund für die Jobunsicherheit genannt - sei es allgemein in der Branche oder beim jeweiligen Arbeitgeber (63 Prozent). Aber auch Budgetkürzungen bzw. Sparmaßnahmen (44 Prozent) und Umstrukturierungen (42 Prozent) tragen dazu bei, dass sich PR-Fachleute zunehmend unsicher fühlen.
Die Furcht vor der KI-Konkurrenz
29 Prozent beobachten einen sinkenden Stellenwert von Kommunikation in ihrem Unternehmen und 25 Prozent schätzen, dass Outsourcing-Maßnahmen (auch mithilfe von KI-Tools) ihren Arbeitsplatz gefährden könnten. Hinzu kommen 23 Prozent, die davon überzeugt sind, dass Teile ihres Aufgabenbereichs durch KI ersetzt werden können. 11 Prozent befürchten, dass ihr befristetes bzw. projektbasiertes Arbeitsverhältnis in Gefahr ist.
Wer strategisch wichtig arbeitet, darf bleiben
Sicher fühlen sich dagegen diejenigen mit unbefristeten Stellen bzw. langjähriger Betriebszugehörigkeit: Auf die Frage, warum sie ihren derzeitigen Job als sicher einschätzen, geben 66 Prozent diesen Grund an. Weitere 58 Prozent glauben, dass ihr Arbeitsbereich strategisch wichtig für das Unternehmen ist. Gut zwei Fünftel (42 Prozent) setzen auf ein kontinuierlich weiterentwickeltes Arbeitsprofil.
Zusätzliche Gründe für ein (sehr) sicheres Gefühl sind die wirtschaftliche Stabilität des Arbeitgebers (37 Prozent), die begrenzte Automatisierbarkeit der Aufgaben (34 Prozent) sowie der Bedeutungsgewinn von Presse- und Medienarbeit durch KI und Desinformation (24 Prozent). 19 Prozent derjenigen, die ihren Job als sicher bewerten, halten ihre Branche zudem für krisenresistent.
Kommunikationsbudgets weiter unter Druck
Auch in diesem Jahr zeigt sich bei den Kommunikationsbudgets nur wenig Wachstum: Lediglich 15 Prozent der PR-Profis aus Unternehmen und Agenturen gehen davon aus, dass das Budget (stark) steigen wird. Über ein Drittel (37 Prozent) der Befragten erwarten, dass es im Vergleich zum Vorjahr unverändert bleibt. Fast die Hälfte und damit die große Mehrheit (47 Prozent) rechnet jedoch damit, dass das Kommunikationsbudget (stark) schrumpfen wird.
Als häufigsten Grund für das sinkende Budget nennen 84 Prozent der Kommunikatorinnen und Kommunikatoren unternehmensweite Sparmaßnahmen. Mit großem Abstand folgen Budgetverschiebungen in andere Unternehmensbereiche (37 Prozent), Effizienzsteigerungen durch technische Hilfsmittel wie zum Beispiel KI-Systeme (35 Prozent) und Investitionen in kostengünstigere Kommunikationskanäle (28 Prozent). 24 Prozent geben an, einen geringeren Bedarf an externer PR-Unterstützung zu haben.
Nachrangig genannt werden eine unzureichende Messbarkeit von PR (16 Prozent), eine geringere Bedeutung von Kommunikation (12 Prozent) sowie die Reduzierung von Kommunikationsaktivitäten aufgrund eines geringeren Kommunikationsbedarfs (5 Prozent).
Optimistischer Blick auf die Geschäftsentwicklung
Trotz wachsender Unsicherheit und sinkender Budgets blickt die Mehrheit der Befragten optimistisch auf das Geschäftsjahr 2026. Ein knappes Drittel schätzt die allgemeine Geschäftsentwicklung des eigenen Unternehmens als sehr bzw. eher gut (31 Prozent) ein, der Großteil von 41 Prozent immerhin als zufriedenstellend. Demgegenüber steht ein knappes Viertel (24 Prozent), das von einer sehr bzw. eher schlechten Geschäftsentwicklung ausgeht.
Positive Karriereaussichten
Auch die persönlichen Karriereaussichten werden überwiegend optimistisch eingeschätzt: 36 Prozent gehen davon aus, dass sich ihre berufliche Situation im Jahr 2026 eindeutig bzw. eher verbessern wird. 34 Prozent erwarten keine Veränderungen. Im Vergleich dazu schätzen 22 Prozent ihre Jobaussichten eher schlechter ein und 7 Prozent sogar eindeutig schlechter.
Diese gemischte Stimmung verdeutlicht den Wandel in der PR-Branche – zwischen wachsender Unsicherheit und strukturellen Veränderungen stehen viele Kommunikationsprofis vor der Herausforderung, ihre Rolle neu zu definieren und sich zukunftssicher aufzustellen.
Die wichtigsten Ergebnisse des PR-Stimmungsbarometers 2026 im Überblick
- 71 Prozent sehen ihren Job als (sehr) sicher an.
- 24 Prozent machen sich dagegen Sorgen um ihren Arbeitsplatz und schätzen ihren derzeitigen Job als (sehr) unsicher ein.
- Die angespannte wirtschaftliche Lage ist mit 63 Prozent der häufigste Grund für Jobunsicherheit.
- 66 Prozent fühlen sich aufgrund einer unbefristeten Stelle bzw. langjähriger Betriebszugehörigkeit sicher im Job.
- Lediglich 15 Prozent gehen davon aus, dass die Kommunikationsbudgets (stark) steigen werden.
- 47 Prozent gehen dagegen von einem (stark) schrumpfenden Budget aus.
- Unternehmensweite Sparmaßnahmen sind mit 84 Prozent der meistgenannte Grund für sinkende Budgets.
- 41 Prozent schätzt die Geschäftsentwicklung des eigenen Unternehmens als zufriedenstellend ein.
- Ein Drittel (31 Prozent) geht sogar von einer sehr bzw. eher guten Geschäftsentwicklung aus.
- Und immerhin 36 Prozent glauben, dass sich die persönliche berufliche Situation im Jahr 2026 verbessern wird.