Plattform EU-FarmBook offiziell gestartet

Die Online-Plattform EU-FarmBook ist zum Jahreswechsel offiziell gestartet. Die kostenlose, frei zugängliche und mehrsprachige Plattform zum Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis sammelt und teilt landwirtschaftliches und forstwirtschaftliches Wissen aus EU-geförderten Projekten.

Zielgruppe sind Praktiker und Beratungsdienste. Sie sollen nun leichter auf praktische Werkzeuge, Leitfäden, Videos und wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse aus EU-geförderten Projekten zugreifen können. So will man dafür sorgen, dass erprobte Ideen europaweit geteilt, angepasst und verbreitet werden und die europäische Wettbewerbsfähigkeit verbessert wird.

Diego Canga Fano, stellvertretender Generaldirektor der Generaldirektion Landwirtschaft (DG AGRI) der Europäischen Kommission, zeigte sich erfreut darüber, dass EU-FarmBook nun als zentrale Anlaufstelle für Landwirt:innen, Forstwirt:innen und Berater:innen die Ergebnisse EU-finanzierter Forschungs- und Innovationsprojekte verbreiten kann. Fano betonte zudem die Notwendigkeit mehrsprachiger Unterstützung, um auch Menschen zu erreichen, die kein Englisch sprechen. 

„Die Digitalisierung bietet uns die einzigartige Chance, Wissen schneller zu teilen, voneinander zu lernen und Menschen über europäische Grenzen hinweg zu vernetzen“, fügte er hinzu. Daher müsse diese EU-Plattform mit nationalen Plattformen verknüpft werden, um den Austausch und die Integration zu fördern. 

Breite europäische Unterstützung

Die Auftaktveranstaltung am 16. Dezember 2025 umfasste eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema „Wettbewerbsfähigkeit durch Wissen“. Zu den Teilnehmenden gehörten Rūdolfs PulkstenisVizepräsident des Europäischen Rates junger Landwirte (CEJA); André Laperrière, ehemaliger Geschäftsführer von Global Open Data for Agriculture and Nutrition (GODAN); Lauren Dietemann, Kommunikations- und Projektmanagerin am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und Professorin Margarida Tomé, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Europäischen Forstinstituts (EFI). 

Startschuss für die internationale Vernetzung

In der Diskussion wurden die Bedeutung nachhaltiger Praktiken, die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Folgekosten der Agrarproduktion sowie die Herausforderungen bei der Einbindung von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen erörtert. Zentrale Ziele seien der Aufbau von Beziehungen zu GAP-Netzwerken und die Förderung des Datenaustauschs, um Land- und Forstwirt:innen durch persönlichen Kontakt und Verbände zu erreichen. Die Podiumsteilnehmenden unterstrichen die Bedeutung der Zusammenarbeit und der Einbindung von Interessengruppen.

In der Abschlusssitzung betonte Marion Picot, Generalsekretärin von CEJA, dass der Agrarsektor durch EU-FarmBook zu den zentralen Zielen der EU – Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Sicherheit, Kohäsion und soziale Integration – beitragen könne. „Wir sind überzeugt, dass EU-FarmBook die Lücke zwischen Praxis, Wissenschaft und Entscheidungsträger:innen schließen wird“, erklärte sie. Mit Blick auf die anstehende GAP-Reform merkte Picot an, dass diese erhebliche Herausforderungen mit sich bringen werde, insbesondere für Junglandwirtinnen und -landwirte, aber auch für die gesamte landwirtschaftliche Gemeinschaft. Vor diesem Hintergrund machte sie deutlich, wie wichtig eine angemessene Finanzierung der Wissens- und Innovationssysteme für die gesamte Landwirtschaft (AKIS) im Rahmen der GAP in allen Mitgliedstaaten ist. 

Zur Plattform: www.eufarmbook.eu/de