VDAJ vergibt Auszeichnungen für den Journalistenwettbewerb „Grüne Reportage 2026“
Der Verband Deutscher Agrarjournalisten (VDAJ) hat im Rahmen seiner diesjährigen Jahrestagung die Preisträgerinnen und Preisträger des Journalistenwettbewerbs „Grüne Reportage 2026“ ausgezeichnet. Die Siegerehrung fand am 28. August in Limburg statt und wurde durch Markus Steinwendner, Head of Marketing & Communication, KRONE Agriculture, vorgenommen.
Insgesamt wurden zum ausgeschriebenen Journalistenpreis 115 Beiträge in fünf verschiedenen Kategorien eingereicht. Die wachsende Relevanz verdankt der VDAJ-Journalistenwettbewerb, der in diesem Jahr zum achten Mal vergeben wurde, maßgeblich der engagierten und langjährigen Unterstützung durch die Bernard Krone-Stiftung.
"115 eingereichte Beiträge sind ein neuer Rekord für den Wettbewerb – und ein deutliches Signal, wie viel qualifizierter Journalismus sich mit Landwirtschaft beschäftigt. Genau das wollen wir mit der Grünen Reportage sichtbar machen: Berichterstattung, die genau hinschaut und der Komplexität des Themas gerecht wird,“ fasste Markus Steinwendner in seinem Grußwort zusammen.
Beeindruckende Themenpalette
Die beste Arbeit in der Kategorie „Reportage Print/Internet“ stammt aus der Feder von Katharina von Ruschkowski, freie Journalistin und Landwirtin. In Ihrer Reportage „Katharina, der Papa will kein Bio", veröffentlicht in der Zeitschrift GEO, hat sie über den Umbau des elterlichen, konventionell wirtschaftenden Betriebs auf einen Bio-Betrieb erzählt und damit gleichzeitig einen Teil ihrer Lebensgeschichte preisgegeben. Die Reportage ist authentisch und unschlagbar nah dran an den Protagonisten. Gleichzeitig ist das Thema hoch aktuell und für die Landwirtschaft relevant, denn es ist die Geschichte von Veränderung und Generationenwechsel auf einem Familienbetrieb.
In der Kategorie „Video/Cross Media“ konnte Leon Hoffmann-Ostenhof überzeugen. „Bauernburnout - Wenn Bauern nicht mehr können“ hat der Preisträger für den Österreichischen Rundfunk produziert. Die Reportage verbindet ergreifende Schicksale mit den harten Realitäten der Branche wie wirtschaftlichem Druck, Existenzsorgen und überholten Männlichkeitsbildern. Der Beitrag zeigt, wie wichtig es ist, über Überforderung zu sprechen und Hilfe anzunehmen.
Mit einem kontroversen Thema hat sich Richard Fuchs, freier Journalist, in der Kategorie „Podcast/Hörfunk“ durchgesetzt. Der Beitrag „Biologischer Pflanzenschutz - Acker und Garten ohne Chemie„ besticht durch ein sehr hohes inhaltliches sowie produktionstechnisches Niveau. Er berichtet ausgewogen von Chancen - aber auch von Limitationen - des biologischen Pflanzenschutzes und macht deutlich, dass Pflanzenschutz im System verstanden werden und die Paarung von "Ökologie" und "Technologie" kein Widerspruch sein muss. Der Beitrag wurde auf SWR Kultur veröffentlicht.
In der Kategorie „Nachwuchs“ wagten sich die beiden Volontäre Sandra Lohse und Georg Florian Ulrich an die komplexen Zusammenhänge der Schweineproduktion heran. In dem Fernsehbeitrag „Spanisches Billigfleisch setzt Schweinehalter unter Druck“ für den Bayerischen Rundfunk (Unser Land) ist es ihnen gelungen, das in deutschen Medien polarisierende und oftmals emotional diskutierte Thema Schweineproduktion so aufzubereiten, dass sich die Zuschauer ein eigenes Urteil bilden und mit ihrer Kaufentscheidung Einfluss nehmen können.
In der Kategorie „Landwirtschaftlicher Fachbeitrag“ holte sich Helmut Süß, Redakteur beim Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt, die besten Bewertungen für seinen Bericht „Teller, Trog und Tank“. Das Thema ist in der Diskussion um Klimawandel, Energieversorgung und Ernährungssicherung aktueller denn je. In politisch schwierigen Zeiten für Biogasanlagen zeigt der Artikel, was in der Branche technisch und technologisch möglich wäre. Der Beitrag kommt zum Schluss, dass Teller, Trog und Tank nebeneinander aus regionaler Erzeugung bedient werden können, ohne dabei in Konkurrenz zueinander zu treten.