Wenn Wasser- und Landwirtschaft kooperieren

Wasserwirtschaft und Landwirtschaft arbeiten in Hamburg gemeinsam in Sachen Trinkwasserschutz. Die VDAJ-Mitglieder der beiden nördlichen Landesgruppen trafen sich im Wasserwerk Baursberg, dem ältesten Wasserwerk Hamburgs.

Die Hamburg Wasser ist ein großes kommunales Unternehmen der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, von den etwa 2400 Mitarbeitern des Gesamtkonzerns arbeiten 1200 bei den Hamburger Wasserwerken. Insgesamt 17 Wasserwerke in Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordniedersachsen fördern 122,6 Mio. m² Rohwasser. Im Einzugsgebiet der Hamburg Wasser liegen einige Wasserschutzgebiete, so z. B. in der Haseldorfer Marsch, Langenhorn/Glashütte, Süderelbmarsch/Harburger Berge, Curslack/Altengamme, Billstedt oder Glinde. Die Flächennutzung der einzelnen Wasserschutzgebiete ist dabei sehr unterschiedlich: Während im Wasserschutzgebiet Baursberg die nichtlandwirtschaftliche Nutzung fast 70 % beträgt, ist das Verhältnis in der Haseldorfer Marsch oder in Curslack genau anders herum, mehr als Dreiviertel der Flächen im Einzugsgebiet der Wasserwerke sind Grünland, Ackerland, Gartenbau oder Baumschulen. 1999 wurde die erste Trinkwasserschutzkooperation in Hamburg mit der Landwirtschaft gegründet. Dabei arbeitet der Wasserversorger zusammen mit dem Bauernverband Hamburg, dem Gartenbauverband Nord, der Landwirtschaftskammer und beratenden Ingenieurbüros.

Gewässerschutz in der Landwirtschaft voranbringen

„Der Schwerpunkt der Aktivitäten in den Wasserschutzgebieten liegt auf dem vorbeugenden Wasserschutz durch die Förderung von gewässerschonenden Bewirtschaftungsformen und innovativen Anbautechniken auf freiwilliger Basis als Ergänzung zum Ordnungsrecht“, erklärt Dr. Hermann Kukowski vom Wasserwirtschaftlichen Ressourcenmanagement der Hamburg Wasser. 100.000 € geben die Hamburger Wasserwerke für die Trinkwasserschutz-Kooperation im Jahr aus. In der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft werden beispielsweise Alternativen zu Pflanzenschutzmittelanwendungen wie Nützlingseinsatz verfolgt. Die Verwendung von Mulchfolien bietet weiteres Einsparungspotential bei Pflanzenschutzmitteln. Martin Lüdeke, Präsident des Bauernverbands Hamburg und Landwirt in Curslack, arbeitet in der Kooperation mit. Er nennt abtriftmindernde Düsen, die doppelte Grenzstreueinrichtung und halbjährliche Nmin-Untersuchungen als Errungenschaften der Kooperation, die ebenfalls zu einem reduzierten Pflanzenschutzmittel- und Düngeraufwand führen. „Der eingeschlagene Weg der einzel- und überbetrieblichen Innovationsförderung hat sich bewährt und sollte beibehalten werden“, sagt er.                                                           Angelika Sontheimer

Bildunterschriften (Fotos Sontheimer):

oben: Gruppenbild auf dem Wasserwerk: Gemeinsam in Hamburg: die Mitglieder der VDAJ-Landesgruppen Niedersachsen/Sachsen-Anhalt und Nord auf dem Turm des Wasserwerks Baursberg.

Blick auf die Elbe: Hoch hinaus mit Blick auf die Vogelschutzinsel in der Elbe und die Villen nicht unvermögender Bankiers in Altona/Blankenese kommt man nicht alle Tage.

 

 

Oberflächenbassins (36): Die Betoneinfassungen dienten früher zur Trinkwassergewinnung, heute sind sie Biotope

 

 

 

Museumstrakt (50,51): Im heutigen Museumstrakt werden Führungen veranstaltet.

 

 

 

 

 

 

 

 

Moderne Trinkwassergewinnung (46, 49): So sieht moderne Trinkwassergewinnung aus.

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