VDAJ-Kommunikationspreis Agrar 2011 geht an Boris Tomschiczek

Erstellt am Sonntag, 23. Januar 2011 23:39

vdaj kommu 2011-400Der Regisseur wurde für seinen Dokumentarfilm „Neue Bauern braucht das Land – Beginn einer Langzeitbeobachtung“ ausgezeichnet. Berlin/Friedrichsdorf, 20. Januar 2011

Der Verband Deutscher Agrarjournalisten (VDAJ) hat seinen Kommunikationspreis 2011 an Boris Tomschiczek vergeben. Der Regisseur wurde für seinen Dokumentarfilm „Neue Bauern braucht das Land – Beginn einer Langzeitbeobachtung“ ausgezeichnet. Das Bayerische Fernsehen hat den Film am 15. November 2009 ausgestrahlt. Gewürdigt wurden auch fünf Folgen der Serie „Landfrauenküche“, bei denen der Preisträger die Regie führte. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner und Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, übergaben den Preis am 20. Januar 2011 im Rahmen der VDAJ-Pressegespräche auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

In seinem 45minütigen Dokumentarfilm stellt der Preisträger vier junge Landwirte aus Bayern vor: Johannes Kratzer, einen Biobauern mit Geschäftssinn aus Oberbayern, Birgit Neubauer, eine moderne Milchviehhalterin aus der Oberpfalz, Franz Schweiger, einen Ackerbauern und Schweinemäster aus dem Gäuboden sowie Eric Beißwenger, einen „Städter“ aus Mannheim, der mit seiner Familie in den Allgäuer Bergen einen Biobetrieb mit Alpe bewirtschaftet.

„Der Zuschauer kommt den Landwirten sehr nahe, meint sie schon nach kurzer Zeit persönlich zu kennen“, erklärt Katharina Seuser, Vorsitzende des VDAJ, die Entscheidung der Jury. Der Film besteche durch seine klare und gleichzeitig emotionale Bildsprache. Dabei verzichtet der Filmemacher fast ganz auf Erklärungen und Kommentierungen aus dem Off und lässt seine Protagonisten mit ihren eigenen Worten erzählen wie die Übergabe der Betriebe funktioniert, welchen Stellenwert eine Partnerschaft hat und wie das familiäre Miteinander in einem Mehrgenerationenhaus funktionieren kann.

Langzeitbeobachtung geplant
Boris Tomschiczek hat sich auf das Genre Dokumentarfilm spezialisiert und die Darstellung von Menschen in Verbindung mit Natur und Landwirtschaft interessiert ihn besonders. Er plant, die vier Landwirte 15 Jahre lang zu begleiten und über ihr Leben zu berichten. Dem Filmemacher ist es dabei besonders wichtig, die Gemeinsamkeiten der Landwirte zu zeigen: „Ob Biobauer oder Großbauer, sie alle eint die Vision, der Landwirtschaft treu zu bleiben.“ Dieses Ziel werde in der heutigen Zeit des Umbruchs auf ganz unterschiedlichen Wegen erreicht. Mit seiner langfristigen Begleitung der Landwirte verspricht dieses Filmprojekt daher zu einer einzigartigen Dokumentation zu werden.

Publikumsliebling „Landfrauenküche“

Die Sendung „Landfrauenküche“, bei der in jeder der Folgen eine Landfrau zu sich einlädt und ein 3-Gänge-Menü kocht, zählt zu den beliebtesten Sendeformaten aus Bayern. Bei der „Landfrauenküche“ geht es nicht nur um Kochkünste, sondern um die Frauen, die das traditionsreiche und dennoch moderne Unternehmertum auf dem Land repräsentieren. Die Jury würdigte die Regie von Boris Tomschiczek bei fünf Sendungen, die 2009 und 2010 im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wurden.

In der Landwirtschaft verwurzelt
Boris Tomschiczek ist auf einem kleinen Bauerndorf in der Nähe von Rosenheim aufgewachsen. Der Landwirtschaft fühlt er sich daher eng verbunden. Er studierte freie Malerei und Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenden Künste in München und anschließend Dokumentarfilmregie und Fernsehpublizistik an der Hochschule für Fernsehen und Film, München. Seit 2004 ist er freischaffender Filmemacher und Produzent in Bad Aibling. Für seine Filme wurde Boris Tomschiczek bereits international ausgezeichnet. Zu seinen bekanntesten Werken zählen One Room Man – Kevin Coyne und Im Karst.

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