Mit spitzer Feder

Kein „closed club“, aber konzentriertes Kommentar-Training im „kleinen Garten“, dem Tagungsraum des Beckmann Verlages in Lehrte. Foto: Beckmann

Kein „closed club“, aber konzentriertes Kommentar-Training im „kleinen Garten“, dem Tagungsraum des Beckmann Verlages in Lehrte. Foto: Beckmann

Welcher Kommentar-Typ sind Sie? Version C wie „construktiv“ oder B wie behutsam? Oder lieber Typ A wie Attacke? Doch egal, welche Variante – Hauptsache, die schreibende Zunft traut sich überhaupt mal, etwas zu kommentieren. Denn das ist in der „grünen“ Presse, von mehr oder weniger spannenden Editorials abgesehen, sehr selten.

Aber ist das überhaupt sinnvoll? Wird nicht ohnehin schon überall alles bis zum Abwinken kommentiert? Sollten sich Fachjournalisten nicht besser auf die Berichterstattung beschränken? Groß ist dabei oft auch die Sorge, sich ohne Not in die sprichwörtlichen Nesseln zu setzen, wenn man(n)/Frau eindeutig Stellung bezieht. Vor allem über denjenigen, die mit Verbänden zu tun haben, schwebt oft das Damoklesschwert beleidigter Funktionäre und Mitglieder.

Also viele gute Gründe für die VDAJ-Landesgruppe Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, sich dem Kommentar in Form eines Schreibseminars zu widmen. Gastgeber und Ort der Veranstaltung war der Beckmann Verlag in Lehrte, wo Verleger Jan-Klaus Beckmann die sieben Teilnehmer begrüßte und sie ermutigte, den Lesern nicht nur hochwertige Fachinformationen, sondern auch Orientierung durch Meinung zu bieten. An dieser Stelle hakte Referent Karsten Krogmann ein. Aus seiner Erfahrung als Redakteur der Oldenburger Nordwest-Zeitung schilderte er anhand vieler Beispiele nicht nur die einzelnen Kommentarvarianten, sondern erläuterte detailliert Möglichkeiten und Grenzen dieses Stilmittels.

Der Theorie folgte umgehend anhand mehrerer Übungen die Praxis. Für alle überraschend war, wie unmittelbar und professionell das Gehörte spontan in spannende Kommentare zu aktuellen Themen der Tagespolitik umgesetzt wurde. Und es entspann sich eine angeregte Diskussion darüber, wie dieses journalistisch anspruchsvolle Stilmittel im Themenumfeld der landwirtschaftlichen Fachzeitschriften, Kundenpublikationen und Online-Medien umgesetzt werden könnte. Bleibt zu hoffen, dass die „spitze Feder“ künftig auch in den Arbeitsalltag der Teilnehmer stärker Einzug hält.

Jens Noordhof, 2.Vorsitzender Landesgruppe Niedersachsen/Sachsen-Anhalt

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