Coaching-Seminar: Love it, leave it or change it!

Coaching-Seminar 2015 mit Referentin Andrea Stüber. Foto: Dr. Verena SohnsAls das Fortbildungs-Seminar „Coaching = Zeit für Veränderung, Impulse für neue Zukunftsperspektiven“ bekannt gemacht wurde, war ich neugierig. Gleichzeitig dachte ich: Brauchst Du das wirklich?

Und heißt das jetzt, dass ich in meinem Job unzufrieden bin? Nein! Aber wer kann schon von sich behaupten, rundum in allen Lebenslagen zufrieden zu sein? Und das Seminar versprach Impulse für neue Sichtweisen und Möglichkeiten, neue Wege zu gehen. Bei mir gewann die Neugierde und so machte ich mich auf den Weg. Leicht nervös war ich schon: Was kommt auf mich zu? Was erfahre ich über mich? Und was kann ich möglicherweise mitnehmen?

Insgesamt begrüßte die Referentin Andrea Stüber sieben Mitglieder der Landesgruppe Niedersachsen / Sachsen-Anhalt. In entspannter Atmosphäre bekamen wir im Laufe des Tages viele Denkanstöße. Zunächst brachte Andrea Stüber uns sanft dazu, über die Dinge nachzudenken, von denen wir in unserem Leben mehr und weniger möchten. Dann ging es um verschiedene Möglichkeiten, die unangenehmen Dinge, wie zu hohe Arbeitsbelastung – sei es privat oder beruflich – zu reduzieren.

Love it, leave it or change it – Liebe es, verlass es oder ändere es. Oder auch loswerden, was nervt… anfangen was gut tut! So lautet einer der Ansätze. Einfacher gesagt als getan. Aber sehr aufschlussreich, sich dessen bewusst zu werden!

Da sich nicht alles sofort abstellen oder ändern lässt, was uns stresst, legte uns Andrea Stüber zudem nahe, einen „Notfallkoffer“ für diese Situationen zu haben. Sich beispielsweise Tankstellen für Körper, Geist und Seele zu überlegen. Diese sehen für jeden anders aus: Für den einen ist es der Sport oder die Musik, für andere dann doch das Stück Schokolade auf dem Sofa.

Wie geht es Dir?

Wichtig sei, sich selbst gegenüber immer ehrlich zu sein. Beispielsweise, wenn man über die eigene Situation reflektiert und sich fragt: Wie geht es Dir? Gar nicht so einfach… Aber man kann zum Beispiel ein Tagebuch schreiben und sich jeden Tag drei Dinge überlegen, die wirklich gut waren. Auf die man stolz ist. Und dann klopft man sich für diese Dinge auf die Schulter. Das ist die Kraft der positiven Gedanken, die häufig neue Motivation schafft.

Denn Änderungen fest in den Alltag und sein Leben zu integrieren ist schwer. „Wir sind zwar Wissensriesen, aber Umsetzungszwerge“; brachte Andrea Stüber es auf den Punkt. Veränderung koste auch jede Menge Kraft und kann unbequem sein. Lernen heißt auch immer, alte Pfade zu verlassen und neue Trampelpfade anzulegen, die mit der Zeit immer bequemer und leichter zu werden. Deshalb sollten die Schritte klein, realistisch und machbar sein.

Außerdem müsse man sich eingestehen, dass es schlechte Tage gibt. Dass nicht immer alles gut laufen kann: „Dann sollten Sie sich ruhig so richtig aufregen, wütend sein. Oder traurig. Mit lautem Fluchen, Zetern und Heulen. Jeder sollte sich das gönnen. Aber nur zehn Minuten. Das reicht.“

Ein wunderbarer Tipp: Man darf also auch mal wütend oder traurig sein. Mir hat das Seminar sehr gut gefallen. Und in meinem Weg bestärkt. Einiges ist klarer geworden. Vor allem, dass man sich erstmal um sich selbst kümmern muss. Denn wenn ich mich ändere und mit mir im Reinen bin, ändert sich automatisch auch das Umfeld. Deshalb passen auch die Abschiedsworte von Andrea Stüber hervorragend: „Sorgen Sie gut für sich.“

Text: Martina Hungerkamp

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